Heiligsprechung von Marguerite Bays OFS

am 13. Oktober 2019 in Rom

 

Marguerite Bays wurde als zweites von sechs Kindern in eine Bauernfamilie geboren. Schon von Kindesbeinen an zeichnete sie sich durch eine besondere Frömmigkeit aus. Sie besuchte für drei Jahre eine Schule, erlernte im Alter von 15 Jahren die Schneiderei und lebte bei ihren Eltern. Sie besuchte täglich die Heilige Messe und nahm an Wallfahrten teil.

 

1860 trat sie als Terziarin in den dritten Orden Franziskanerinnen ein. Dort wirkte sie in der Katechese von Kindern, betreute Arme, pflegte Kranke und begleitete Sterbende auf ihrem letzten Weg. Sie setzte sich in dem von Pauline Marie Jaricot gegründeten Missionswerk und beim Sammeln von Spenden ein. Zur gleichen Zeit besuchte sie öfter das Zisterzienserinnenkloster in Romont, um dort an Exerzitien teilzunehmen.

 

Heilung und Stigmatisation

 

1853 sollen sich bei Marguerite Bays erste Anzeichen einer Krebserkrankung gezeigt haben.   Am 8. Dezember 1854 verkündete Papst Pius IX. mit der Bulle Ineffabilis Deus  das Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens. Laut dem Dossier zu ihrer Heiligsprechung sei Marguerite Bays am selben Tag unvermittelt geheilt worden. Beginnend mit diesem Tag hätten sich bei ihr an jedem Freitag die Wundmale des Gekreuzigten gezeigt,  und sie sei in Ekstase geraten. Im Jahre 1873 fand eine vom Ortsbischof angeordnete Untersuchung der Stigmata statt.

 

Verehrung und Kanonisierung

 

Am 27. Juni 1879 starb Marguerite Bays im Rufe der Heiligkeit und viele Menschen kamen zu ihrem Wohnhaus in La Pierraz. 1927 eröffnete der Freiburger Ortsbischof Marius Besson das Seligsprechungsverfahren. 1953 betrieb sein Nachfolger, François Charrière, das Verfahren weiter. 1987 ersuchte Bischof Pierre Mamie, das ruhende Verfahren wiederaufzunehmen. Eine wundersame Rettung aus Bergnot, die sich 1940 ereignete, und ein weiteres Wunder wurden der Anrufung Marguerite Bays’ zugeschrieben.